
Was sind Schimmelpilze?
Schimmelpilze sind Mikroorganismen, die im Laufe der Zeit sehr anpassungsfähig geworden sind. In der Natur sind sie sehr wichtig und ermöglichen, dass überhaupt noch landwirtschaftlich nutzbare Böden existieren. Auch bauen sie einen Großteil der abgestorbenen organischen Substanz (Pflanzenteile) ab.
Um sich gegen Konkurrenten durchsetzen zu können produzieren sie Toxine und Antibiotika, also Gifte. Sie sind in der Lage eine Vielzahl von Nachkommen zu erzeugen und sich in Luft oder Wasser über große Entfernungen auszubreiten. Ebenso können sie schlechte Zeiten, wie zum Beispiel Trockenphasen, überdauern. 250-300 Schimmelpilzarten kommen besonders häufig in Innenräumen wie Bad und Küche aber auch anderen Wohnbereichen vor.
Welche Bauweisen begünstigen Schimmelpilzbildung?
Einige (Bau)Materialien nehmen Feuchtigkeit auf und sind durchlässig für Wasserdampf: Holz, Gips, Ziegel, Ton, Lehm und Kalkputz. Neuere Baustoffe wie Beton und Polystrol haben in dieser Hinsicht eher ungünstige Eigenschaften. Auch Gipskarton-Platten bieten ideale Lebensbedingungen für Schimmelpilze.
Die Wandoberflächen strich man früher darüber hinaus mit Kalk, Kreide- oder Leimfarben, welche ebenfalls feuchtigkeitsregulierend wirken. Heutzutage schränken hohe Kunststoffbeimengungen in den Dispersionsfarbanstrichen und Tapeten mit hohen Kunststoffanteilen die Feuchtigkeitsregulierung ein.
Bei den Fenstern stellten sich früher durch die Einfachverglasung die niedrigsten Temperaturen in der gesamten Außenwandfläche ein. Das "Beschlagen" der Fensterscheiben der Raumluft Feuchtigkeit.
Die heutigen Isolierverglasungen sind nicht mehr die kältesten Temperaturzonen. Gerade bei Altbauten, die sonst nicht wärmegedämmte sind, sind es die Außenwände: Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit schlägt sich Kondenswasser nicht mehr auf der Scheibe nieder, sondern auf der kalten innenseitigen Wandoberfläche. Und feuchte Wände über eine längere Zeitraum bedeuten Schimmelpilzgefahr.
Welche wesentlichen Lebensbedingungen benötigen Schimmelpilze?
Entscheidend ist die Menge des ungebundenen Wassers. Durch Salze und andere im Wasser gelöste Stoffe wird dieses reduziert. Licht ist nur für manche Arten wichtig. Schimmelpilze bevorzugen basische oder neutrale ph-Werte. Als Nährstoffe brauchen sie Kohlenstoff und Stickstoff. Diese sind zum Beispiel vorhanden in Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten, Kunststoffen, Bindemitteln, oder Emulgatoren. Sie befallen also auch Lebensmittel. Manche Schimmelpilze überleben unter 0 °C, andere über 100 °C.
Welche gefährlichen Substanzen scheiden Schimmelpilze aus?
Stoffe | Wirkungen |
|---|---|
MVOC (microbial volatile organic compounds) | Geruchsbelästigung, in sehr hohen Konzentrationen Reizung und toxische Wirkung |
Enzyme | Materialzerstörung |
Säuren | Korrosion/ Materialzerstörung |
Farbstoffe | Materialschäden |
Antibiotika | Hemmung von Konkurrenten, Allergien |
Toxine | Vergiftung und Hemmung des Immunsystems bei Freisetzung |
Proteine | Ggf. Allergien |
Sonstige Zellbestandteile | Allergien |
Zellbruchstücke | Allergien, Vergiftungen |
Abgestorbene Sporen und Zellen | Allergien, Vergiftungen |
Lebende Sporen und Zellen | Allergien, Vergiftungen, Infektionen |